Mein Geliebter

Lächelnd hole ich das kleine Kästchen unter meinem Bett hervor. Es strahlt mir förmlich entgegen, wie die Sonne nach einem langen Regentag.
Rote, gelbe, und blaue Blumen umrahmen den Deckel. In der Mitte spielt ein kleines blondgelocktes Mädchen mit seiner Katze. Oft habe ich mir vorgestellt, dieses Mädchen zu sein.
Langsam öffne ich das Kästchen und entblöße den Inhalt. Die Büchse der Pandorra könnte nicht weniger geheimnisumwittert sein.
Samt kommt als erstes zum Vorschein – schwarz und glänzend. Ich hole das Tuch hervor lege es ordentlich auf den Teppich. Glänzender Stahl folgt als nächstes, hebt sich wunderschön ab vom schwarzen Stoff. Desinfektionsmittel und ein Wundverband liegen bald daneben.
Tiefe Ruhe überkommt mich, als mein Geist das Widerstreben überwindet und meinem Verlangen nachgibt. Das Messer blitzt im Sonnenlicht und für einen kurzen Moment e erblicke ich meine rotgeweinten Augen in seinem Spiegel.
Der Hass flammt plötzlich in mir auf, die Verzweiflung, der grässliche Schmerz meiner geschundenen Seele.
Es ist nötig – du verdienst das, genau das!
Das Messer schneidet nicht tief aber gerade tief genug. Niemals Spuren hinterlassen. Kleine Blutstropfen rinnen warm meinen Arm herab.
Unglaubliche Befriedigung.
Noch zwei Schnitte, dann genügt es für heute.
Morgen wieder mein Geliebter, dann kannst du mich wieder haben.

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