Mein kleiner grüner Kaktus

Mein kleiner, grüner Kaktus da draußen am Balkon, hollari, hollao, hollara, geht es mir wieder und wieder durch den Kopf.
Bereits den ganzen Morgen geht mir dieser Ohrwurm schon durch den Kopf. Dabei habe ich ihn schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gehört.
Wie lange ist das her? 10 Jahre? Oder vielleicht 15 Jahre.
Der viel soeben runter, was halten sie davon, hollari, hollao, hollara, hallt es weiter in meinem Kopf.
Ich weiß noch, dass wir dieses Lied ständig in der Schule singen mussten.
Morgens um viere klopfts an der Türe. Es war Herr Krause vom Nachbarhause. Er sagt: Verzeihn sie wenn ich fraaaage,
mein Fuss wippt unwillkürlich mit.
Das war damals auf dem Katholischen Gymnasium. Wenn ich mich recht erinnere, war die Musikstunde immer Mittwochs morgens gewesen. Wir waren eine reine Mädchenklasse. Das waren noch Zeiten. Später als die Jungs kamen, war es nicht mehr so schön. Ständig das Gezicke und jeder wollte vor den Jungs besonders gut dastehen.
Sie haben doch einen Kaktus, da draußen am Balkon, hollari, hollao, hollara, Der fiel mir aufs Gesicht, obs glauben oder nicht, jetzt weiß ich das ihr grüner Kaktus sticht, sticht, sticht.
Mein Finger ahmt unwillkürlich eine Stichbewegung nach, ganz so wie früher.

„Ja, bitte Frau S., Sie haben einen Idee?“
Mit einem Schlag bin ich wieder in dem großen Besprechungsraum. Um mich herum sind gebannt 15 Augenpaare auf mich gerichtet.
Der Geschäftsführer, ein breits leicht ergrauender Mann, der soeben noch gesprochen hatte, blickt mich ebenso erwartungsvoll an, hatte er doch fälschlicherweise für ein Wortmeldung behalten.
Ich räuspere mich.
Zeit schinden.
Mir läuft es kalt den Rücken runter.
Worüber hatten wir noch gesprochen?
Ich versuche mir die Präsentation des Geschäftsführeres, die er soeben vorgestellt hat nochmals ins Gedächtnis zu rufen.
Fehlanzeige.
Alles was ich mir abrufen kann ist ein kleiner Kaktus.
„Frau S., bitte?“, fragt der Geschäftsführer langsam ungeduldig werdend nach.
„Entschuldigen Sie bitte, aber ich dachte gerade an einen kleinen grünen Kaktus“, sage ich äußerst leise.
Um mich herum leises Kichern und Seufzen.
Der Geschäftsführer blickt mich entgeistert an
Dann ein Strahlen: „Fantastisch Frau S., ein fantastischer Vorschlag. Ich verstehe, was sie meinen. Sehr gut. Kümmern Sie sich dann bitte darum.“
Ich blicke ihn verwirrt an, versuche zu erahnen, was er meint, aber meine Kollegin springt für mich in die Bresche.
„Natürlich, Herr Dr. . Frau S. und ich kümmern uns um das Benchmark“, und mit einem Augenzwinkern in meine Richtung sagt sie: „Das Hineinstechen in die Marktsituation gleicher Unternehmen um eine fundierte Analyse zu liefern, wie und wo wir momentan stehen.“

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Kommentare

  • steffi k. (Donnerstag, 02. Mai 2013 14:25)

    So passiert...? Stehe u.a. tatsaechlich aud die comedien harmonists, allerdings kam mir bisher keine solch zuendende idee. Muss mich wohl mit meinem namensvetter begnuegen...

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